Glossar

Worin liegt der Unterschied zwischen TEU und CEU? Was ist ein alternativer Investmentfonds und was verbirgt sich hinter dem KAGB? Antworten auf diese und viele weitere Fragen zu Containern und Investments finden Sie im unten aufgeführten Glossar.

Agio

Das Agio ist ein Ausgabeaufschlag auf den Nennwert einer Vermögensanlage, der in der Regel in Prozent angegeben wird. Möchte ein Anleger eine Vermögensanlage mit einem Nennwert von 100.000 US-Dollar und einem Agio von fünf Prozent zeichnen, muss er 105  Prozent des Nennwerts einzahlen – also 105.000 US-Dollar. Bei dem vorliegenden Beteiligungsangebot fällt kein Agio an.

AIF

Alternativer Investmentfonds. AIF sind Investmentvermögen (siehe: Investmentvermögen) im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuchs. Das Kapitalanlagegesetzbuch unterscheidet unter anderem zwischen offenen und geschlossenen AIF sowie zwischen Publikums-AIF und Spezial-AIF. Offene AIF räumen ihren Anlegen im Gegensatz zu geschlossenen AIF mindestens einmal pro Jahr das Recht zur Rückgabe gegen Auszahlung ihrer Anteile aus dem AIF ein. Publikums-AIF stehen allen potenziellen Anlegern offen, Spezial-AIF richten sich an professionelle  oder semiprofessionelle Anleger.

AIFM-Richtlinie

Die sog. AIFM-Richtlinie bzw. die Richtlinie 2011/61/EU vom 8. Juni 2011 ist eine europäische Richtlinie.. Mit Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuchs (siehe KAGB)  im Juli 2013 wurde sie in nationales Recht umgesetzt. Sie regelt die Zulassung, die laufende Tätigkeit sowie die Transparenz von Verwaltern alternativer Investmentfonds, die alternative Investmentfonds in der Europäischen Union verwalten und/oder vertreiben.

Auslagerung

Eine Kapitalverwaltungsgesellschaft darf sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben unter den in § 36 KAGB genannten Bedingungen Dritter bedienen und ihre Aufgaben auf ein anderes Unternehmen (Auslagerungsunternehmen) übertragen (auslagern).

BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

BMF

Bundesministerium der Finanzen

Bruttomiete

Der Bruttomiete ist die Miete, die der Mieter eines Containers an die Containerleasinggesellschaft zahlt (siehe auch Nettomiete).

Cashflow

Der Cashflow (Geldfluss, Kassenzufluss) ist eine (betriebs-) wirtschaftliche Messgröße, die den aus der Umsatztätigkeit und sonstigen laufenden Tätigkeiten erzielten Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt.

CEU

CEU steht für „cost equivalent unit“. Die Containerbranche verwendet dieses Maß, um unterschiedliche Containertypen hinsichtlich wirtschaftlicher Faktoren (wie zum Beispiel Kosten und Erlöse) zu vergleichen. Ein 20-Fuß-Standardcontainer (ein TEU) entspricht einem CEU. Bei anderen Containertypen weicht die CEU- von der TEU-Zahl ab: Die Kosten (und damit zumeist auch die Mieterlöse) eines 40-Fuß-Standardcontainers liegen etwa bei dem 1,6-fachen eines 20-Fuß-Standardcontainers; er entspricht daher 1,6 CEU.

Chassis

Containerchassis sind Fahrgestelle, mit denen Container per Lkw auf der Straße transportiert werden können. Moderne Chassis sind in der Lage, normale und High-Cube-Container unterschiedlicher Abmessungen zu tragen. Die Container werden mit Twistlocks auf dem Chassis gesichert. Chassis werden wie normale Trailer (siehe unten) mit Sattelzugmaschinen bewegt.

Containerdepot

Containerleasinggesellschaften unterhalten weltweit Containerlager. In diesen sogenannten Depots können die Mieter Container abgeben und aufnehmen.

Corner Castings

Mit Corner Castings (deutsch: Eckbeschläge) werden die Befestigungspunkte bezeichnet, die sich an allen Ecken eines Containers befinden. Sie dienen zum Anheben, Stapeln oder Befestigen des Containers, indem Twistlocks (s. u.) oder andere Vorrichtungen in die Corner Castings greifen und sich so mit dem Container verbinden.

Corten-Stahl

Container werden aus speziell gehärtetem Stahl hergestellt, dem sogenannten Corten-Stahl. Dieser Stahl ist langlebig und hoch belastbar – wichtige Eigenschaften für Container, die im internationalen Seeverkehr häufig widrigen Bedingungen ausgesetzt sind. „COR-TEN“ ist ein eingetragenes Warenzeichen der United States Steel Corporation.

CSC-Plakette

CSC ist die Abkürzung für „Container Safety Convention“ (in der Langfassung „International Convention for Safe Containers“). Jeder Container, der im internationalen Verkehr eingesetzt wird, muss ein gültiges Sicherheits-Zulassungsschild besitzen – die sogenannte CSC-Plakette.

DBA

Doppelbesteuerungsabkommen

Depot

siehe Containerdepot

Drop-off charge

Die Drop-off charge ist die Rücklieferungsgebühr, die der Mieter zahlen muss, wenn er einen gemieteten Container in einem Depot einer Containerleasinggesellschaft abgibt.

HGB

Handelsgesetzbuch

High Cube

High-Cube-Container gehören zu den Standardcontainern. Sie sind mit 2,90 m jedoch rund 30 cm höher als herkömmliche Standardcontainer.

Investmentvermögen

Investmentvermögen ist jeder Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital einsammelt, um es gemäß einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen dieser Anleger zu investieren und der kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ist (siehe auch: AIF).

IRR-Rendite

IRR = Internal Rate of Return (interner Zinsfuß). Die IRR-Rendite drückt die rechnerische Verzinsung des durchschnittlich gebundenen (investierten) Kapitals aus. Neben der Höhe der Kapitalflüsse wird auch deren zeitlicher Bezug berücksichtigt. Die Rendite erlaubt keinen Rückschluss auf die Höhe der tatsächlich fließenden Beträge. Sie ist daher nicht mit den Renditeangaben anderer Kapitalanlagen vergleichbar (z. B. von Spareinlagen).

ISO

International Standardization Organisation (Internationale Organisation für Normung). Die ISO hat die Maße für Seecontainer im Jahr 1964 weltweit standardisiert. Auf dieser Basis sind inzwischen viele verschiedene Containertypen entstanden.

KAGB

KAGB = Kapitalanlagegesetzbuch. Das Kapitalanlagegesetzbuch wurde am 16. Mai 2013 vom Deutschen Bundestag beschlossen und trat zum 22. Juli 2013 in Kraft. Es löst das bis dahin gültige Investmentgesetz ab und setzt die EU-Richtlinie 2011/61/EU (siehe AIFM-Richtlinie) über die Verwalter alternativer Investmentfonds in nationales Recht um.

KVG

KVG = Kapitalverwaltungsgesellschaft. Kapitalverwaltungsgesellschaften sind Unternehmen mit Sitz und Hauptverwaltung im Inland, deren Geschäftsbetrieb darauf gerichtet ist, Investmentvermögen zu verwalten. Der Geschäftsbetrieb einer Kapitalverwaltungsgesellschaft bedarf der Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

LTL (Long Term Lease)

Long Term Lease (abgekürzt LTL) bezeichnet die langfristige Vermietung von Containern (in der Regel fünf Jahre).

Maritime Finance Incentive Scheme

Singapur hat das „Maritime Finance Incentive Scheme“ (MFI; deutsch etwa „Anreiz-Programm für maritime Investitionen“) aufgelegt, um gezielt die Ansiedlung der maritimen Wirtschaft zu fördern. Erfüllen Firmen die Voraussetzungen des MFI, profitieren sie von besonders günstigen steuerlichen Regelungen.

MLA, ML, IML (Master Lease Agreement, Spot Lease)

Gebrauchte Container werden zumeist im Rahmen sogenannter „Master Lease Agreements“ kurz- und mittelfristig vermietet (Mindestmietzeit ca. drei bis zwölf Monate). Die durchschnittliche tatsächliche Vermietungsdauer liegt bei ca. zwei Jahren. Eine andere Bezeichnung für Master Lease ist „Spot Lease“.

NAV

NAV = Net asset value (Nettoinventarwert). Der Nettoinventarwert einer Investmentgesellschaft ergibt sich aus der Summe aller bewerteten Vermögensgegenstände abzüglich sämtlicher Verbindlichkeiten.

Nettomiete

Die Nettomiete ist das tatsächliche „Einkommen“ eines Containers. Es errechnet sich aus der Bruttomiete (siehe oben) abzüglich aller Kosten und zuzüglich Nebenerlöse (sogenannte „ancillary revenues“). Indem Lagerkosten für unvermietete Container in der Nettomietrate enthalten sind, werden Auslastungsschwankungen gewissermaßen eingepreist.

Nettomiete im Detail:

Kosten

  • Lagerkosten für unvermietete Container
  • Handling-Kosten (Gebühren des Depots für die Entgegennahme und Auslieferung von Containern)
  • Reparaturkosten
  • Versicherungskosten
  • Rückstellungen für Forderungsausfälle
  • etc.

Nebenerlöse

  • Handlingerlöse (Depotgebühren, die an den Mieter zum Teil mit Aufschlag weiterbelastet werden)
  • Reparaturerlöse (an Mieter weiterbelastete Reparaturkosten)
  • Aufnahmegebühren für Container
  • etc.

Off-balance-Finanzierung (bilanzneutrale Finanzierung)

Dieser Begriff bedeutet, dass Leasingobjekte (in diesem Fall die Container) nicht in der Bilanz erscheinen. Die Reedereien können dadurch das vorhandene Kapital an anderer Stelle einsetzen (z. B. zur Finanzierung von Schiffen).

Palettenbreite Container (20’/40’/45’ pallet-wide)

Standardcontainer haben ein Innenmaß von 2,33 m und damit den Nachteil, dass darin Euro-Paletten (1,20 m x 0,80 m) nicht ohne Platzverlust nebeneinander verladen werden können. Eine Verbreiterung um wenige Zentimeter kombiniert die Vorteile der Systeme Container und Euro-Palette. Palettenbreite Container bieten bei einem um nur vier Prozent größeren Volumen eine um 20 Prozent höhere Palettenkapazität und ermöglichen eine effiziente Beladung ohne Umstauen und Ladungssicherung. Palettenbreite Container werden insbesondere für innereuropäische Transporte und Kurzstrecken-Seeverkehre („Short Sea Shipping“) genutzt.

Sachwertanlage

Der Begriff Sachwert umfasst Wirtschaftsgüter wie Immobilien, Schiffe, Wind- und Solaranlagen oder Container, die sich vergleichsweise unabhängig von Geldwertschwankungen entwickeln.

Sale and lease back

Ein Sale-and-lease-back-Geschäft heißt auf Deutsch etwa „Rückvermietung“: Eine Reederei verkauft ihre Container an eine Leasinggesellschaft und mietet sie parallel wieder zurück (meist in Form eines langfristigen Mietvertrags).

Seriennummer

Jeder ISO-Container hat eine eigene Kennung aus vier Buchstaben und sieben Ziffern. Die vier Buchstaben bezeichnen den Eigentümer bzw. Manager des Containers (zum Beispiel HLXU für Hapag-Lloyd oder RFCU für Raffles Lease). Die folgenden sechs Ziffern bilden die Nummer des jeweiligen Containers. Die siebte Ziffer ist eine Prüfzahl. Sie kann aus den ersten sechs Ziffern errechnet werden, um Zahlendreher auszuschließen. Im „Bureau International des Containers“ (BIC) mit Sitz in Paris sind weltweit alle ISO-Container anhand dieser Kennung verzeichnet.

Spot Lease

siehe „Master Lease“

Standardcontainer (20’/40’/40’ High Cube)

Standardcontainer sind die gewöhnlichen und häufigsten Containertypen in 20 oder 40 Fuß Länge. Bezogen auf die Anzahl sind ca. 90 Prozent des weltweiten Containerbestands Standardcontainer.

Stückgut

Stückgut bezeichnet in der Logistik klassischerweise alles, was sich am Stück transportieren lässt (also z. B. Kisten, Fässer, beladene Paletten, Maschinen- oder Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen). Das Gegenteil von Stückgut ist Massengut (Erz, Kohle, Zement, Getreide und flüssige Ladung wie z. B. Erdöl und Flüssiggas).
Heute unterscheidet man zwischen containerisierbarem Stückgut (also Gütern, die in den Container passen) und nicht containerisierbarem Stückgut (häufig sogenannte „Projektladung“, also große Anlagenteile wie z. B. Komponenten für Windkraftanlagen). Vielfach wird der Terminus Stückgut heute auch nur noch für nicht containerisierbares Stückgut verwandt.

Tankcontainer (20’/30’/40’)

Tankcontainer sind sehr hochwertige, zumeist aus Edelstahl hergestellte Container, die zum Transport von Flüssigkeiten (Chemikalien, Nahrungsmittel) und Granulaten genutzt werden. Tankcontainer unterliegen höchsten Sicherheitsstandards und entsprechen heutigen Umweltansprüchen. Zum Teil verfügen sie über Heiz-/Kühlaggregate.

TEU

TEU steht für „twenty-foot equivalent unit“ („zwanzig Fuß entsprechende Einheit“) und ist die international gebräuchliche Maßeinheit, um Container hinsichtlich ihrer Größe, das Fassungsvermögen von Schiffen und die Umschlagskapazität von Terminals zu vergleichen. Die Einheit TEU beruht auf dem 20’-Standardcontainer, der einem TEU entspricht. Ein 40’-Standardcontainer entspricht zwei TEU. Trotz seines größeren Fassungsvermögens wird auch der um ca. 30 cm höhere 40’-High-Cube-Standardcontainer als zwei TEU gezählt. Ein Containerschiff, dessen Kapazität z. B. mit 8.000 TEU angegeben ist, kann theoretisch 8.000 20’-Container laden, 4.000 40’-Container oder eine Mischung beider Größen, die zusammengerechnet 8.000 TEU ergibt.

Trailer

Trailer sind Lkw-Sattelauflieger mit eigenen Aufbauten. Sie werden mit Sattelzugmaschinen bewegt. Spezielle Trailer für Container bezeichnet man als Chassis (siehe oben).

Twistlocks

Twistlocks (Drehschlösser, von englisch „twist“ für „verdrehen“ und „lock“ für „Schloss“) sind Verriegelungen, die Container untereinander oder mit dem Trägerfahrzeug verbinden. Dabei werden die Twistlocks in die genormten Eckbeschläge (→ corner castings) der Container eingesetzt, um neunzig Grad verdreht und dadurch stabil verkantet.

Verwahrstelle

Für jedes Investmentvermögen muss die Kapitalverwaltungsgesellschaft eine Verwahrstelle mit der Verwahrung der Vermögensgegenstände und bestimmten Kontrollfunktionen beauftragen. Das können Kreditinstitute, Wertpapierfirmen oder sonstige beaufsichtigte Einrichtungen sein.

Volatilität

Die Volatilität gibt die Schwankungsbreite des Werts eines Investitionsobjekts an. Sie wird um den Mittelwert herum errechnet. Je größer die Schwankungsbreite ist, desto volatiler und damit risikoreicher ist eine Investition.

Zuslassung und Zertifizierungen

Damit Container im internationalen Warenverkehr auf allen Verkehrsträgern eingesetzt werden können, benötigen sie zahlreiche internationale Zulassungen. Darum kümmern sich renommierte Klassifikationsgesellschaften wie Bureau Veritas oder der Germanische Lloyd. Zu den Zulassungen gehören die → CSC-Plakette (International Convention for Safe Containers), die ISO-Zertifizierung, die Zulassung für den Straßen- und Bahnverkehr nach den Vorgaben der Transports Internationaux Routiers (TIR) und der Union Internationale des Chemins de Fer (UIC) sowie die Zulassung des Holzbodens für die Einfuhr nach Australien durch das dortige Gesundheitsministerium (Australian Department of Health, ADH).